Das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel



Der wichtigste Grund für die 1907 getroffene Entscheidung zur Errichtung des Pergamonmuseums bestand im Schaffen eines würdigen Ortes zum Zeigen des Pergamonaltars. Das Pergamonmuseum liegt westlich der Alten Nationalgalerie im nördlichen Teil der Museumsinsel zwischen dem Bode-Museum und dem Neuen Museum. Es entwickelte sich zum beliebtesten Berliner Museum und weist jährlich eine überdurchschnittliche Besucherzahl auf. Auch während der deutschen Teilung war das Pergamonmuseum das beliebteste Museum der DDR.
Der heutige Bau stellt bereits das Pergamonmuseum dar, nachdem sich das erste Gebäude nach einigen Jahren als zu klein herausstellte. Ein weiterer Grund für den 1930 eingeweihten Museumsneubau bestand darin, dass sich im alten Pergamonmuseum nach kurzer Zeit Gebäudeschäden gebildet hatten. Heute vereinigt das Pergamonmuseum drei Museen. Es zeigt einen Teil der Antikensammlung, von welcher weitere Ausstellungsgegenstände im Alten Museum und im Neuen Museum zu sehen sind, welche beide ebenfalls auf der Museumsinsel liegen. Bei den beiden weiteren im Gebäudekomplex untergebrachten Museen handelt es sich um das Museum für Islamische Kunst und um das Vorderasiatische Museum.

Das bedeutendste Objekt im Pergamonmuseum ist der Pergamonaltar. Der Altar wurde im zweiten vorchristlichen Jahrhundert in der Stadt Pergamon, deren Gebiet heute im asiatischen Teil der Türkei liegt, errichtet. Auf dem Altar befinden sich unterschiedliche Darstellungen von antiken griechischen Legenden. Neben dem Altar stellt das Pergamonmuseum ein Modell der antiken Stadt Pergamon aus. Ebenfalls zur Antikensammlung gehört das Markttor von Milet. Hierbei handelt es sich um ein Stadttor mit drei Durchgängen, welches griechische und römische Kunsttraditionen vereinigt. Das bekannteste Ausstellungsobjekt im Vorderasiatischen Museum ist das blaue Ischtar-Tor (siehe Foto). Hierbei handelt es sich um ein antikes Stadttor von Babylon und somit um einen Teil der zu den antiken Weltwundern zählenden babylonischen Stadtbefestigung. Der Bau des Ischtar-Tores geht auf König Nebukadnezar II. zurück. In wissenschaftlichen Arbeiten wird das Tor auch gemäß der englischen Umschrift als Ishtar-Tor oder als Ištar-Tor bezeichnet.
Pergamonmuseum auf der MuseumsinselPergamonmuseum
Pergamonmuseum: Löwen am Ishtar-TorLöwen am Ishtar-Tor
Der Schwerpunkt der heute zu sehenden Sammlungen im Vorderasiatischen Museum auf der Berliner Museumsinsel liegt auf den Gebieten der heutigen Staaten Türkei, Syrien und Irak. Neben dem Ischtar-Tor gehört der aus Uruk stammende Eanna-Tempel zu den bedeutendsten Ausstellungsgegenständen des Museums. Auch die Funde aus den antiken Städten Ninive, Persepolis und Susa sind von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Neben Kunst und Alltagsgegenständen zeigt das Vorderasiatische Museum Stempelsiegel, Rollsiegel und eine umfangreiche Auswahl an Keilschrifttexten. Im Museum für Islamische Kunst sticht die Mschatta-Fassade hervor. Diese stammt aus der jordanischen Stadt Mschatta, welche nahe Amman liegt und im achten Jahrhundert als Winterquartier diente.

Das zweite bekannte Ausstellungsstück des Museums ist das Aleppo-Zimmer, welches nach einer heute in Syrien liegenden Stadt benannt wurde. Beim Aleppo-Zimmer handelt es sich um die Vertäfelung des Empfangsraumes eines christlichen Wohnhauses. Weitere Exponate zeigen Beispiele der islamischen Kunst aus allen künstlerischen Bereichen. Die regelmäßigen Ausstellungen werden häufig auch durch Sonderausstellungen mit Kunstwerken aus dem heutigen islamischen Raum ergänzt. Der wesentliche Unterschied zwischen der islamischen und der europäischen Kunst besteht darin, dass der Koran jede figürliche Abbildung verbietet, so dass moslemische Künstler mit Ornamenten arbeiten.







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