Das Neue Museum auf der Museumsinsel



Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel wurde von 1843 bis 1855 errichtet, der leitende Architekt war Friedrich August Stüler. Das Gebäude, an welches die Alte Nationalgalerie, das Pergamonmuseum, der Kolonnadenhof und das Alte Museum angrenzen, war auf Grund großer im Zweiten Weltkrieg erlittener Schäden siebzig Jahre lang geschlossen, ehe es 2009 wiedereröffnet wurde. Der Bau begann siebzehn Jahre nach der Einweihung des Alten Museums und diente ursprünglich der Auslagerung der dort nicht mehr unterzubringenden Ausstellungen.
Der Neubau nimmt zwar große Teile der ursprünglichen Bauweise auf, hat diese aber in zahlreichen Details auch verändert. Baukunstkenner bewerten das heutige Neue Museum als ein Bauwerk voller Gegensätze, welche sich überraschenderweise zu einem homogenen Ganzen zusammenfügen. Hierzu tragen nicht zuletzt Säulengänge und Höfe bei. Das moderne Neue Museum auf der Museumsinsel beherbergt das Ägyptische Museum, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie teilweise die Antikensammlung. Das bekannteste Ausstellungsstück des Ägyptischen Museums ist eine Büste der alt-ägyptischen Königin Nofretete.

Während der deutschen Teilung waren die Ausstellungsgegenstände des Ägyptischen Museums auf das Bode-Museum und eine Sammlung in Charlottenburg aufgeteilt. Die Themen des Ägyptischen Museums sind die Geschichte, die Kunst sowie die Kultur Altägyptens. Das Ägyptische Museum im Berliner Neuen Museum zeigt auf drei Stockwerken die alt-ägyptische Alltagswelt sowie die Religion am Nil und eine umfangreiche Papyrus-Sammlung. Die zweite Ausstellung innerhalb des Neuen Museums ist das Museum für Vor- und Frühgeschichte, welches während der deutschen Teilung in Charlottenburg untergebracht war. Von großer Bedeutung ist der Schliemann-Saal mit Funden von Altertümern aus Troja. Die Funde aus Troja werden auch als Schatz des Priamos bezeichnet. Priamos war ein antiker König in Troja, allerdings regierte er nicht zu der Zeit, aus welcher die Ausstellungsstücke stammen. Der Steinzeit- und Bronzezeit-Saal zeigt europäische Funde aus den genannten Epochen, während im Goldsaal wertvolle Edelmetallfunde aus der entsprechenden Zeit ausgestellt werden. Am bekanntesten ist der Berliner Goldhut. Berlin bezieht sich hierbei auf den Ort der Ausstellung, da der Fundort nicht eindeutig rekonstruiert werden kann.
Neues Museum auf der Museumsinsel in BerlinMuseumsinsel Berlin: Das Neue Museum
In einem weiteren Raum stellt das Museum Funde aus der Eisenzeit bis zum Mittelalter aus. Mit dem Rudolf-Virchow-Studio unterhält das Museum für Vor- und Frühgeschichte im Neuen Museum einen didaktisch auf Schulkassen ausgerichteten Schauraum. Neben den regelmäßigen Ausstellungen zeigt das Museum häufig Sonderausstellungen. Die Berliner Antikensammlung wird nicht vollständig im Neuen Museum gezeigt, nicht zuletzt ist mit dem Pergamonaltar ihr wichtigster Bestandteil im Pergamonmuseum, welches sich ebenfalls auf der Museumsinsel befindet, zu sehen. Während der Berliner Teilung war die Antikensammlung zwischen der DDR und einem Museum in Charlottenburg aufgeteilt. Weitere Exponate der Antikensammlung zeigt das Alte Museum. Diese Aufteilung entspricht der historischen Verteilung der Ausstellungsgegenstände, zumal das Neue Museum als Ergänzungsbau des Alten Museums konzipiert wurde. Zu den Sammlungen im Alten Museum gehören Stücke aus der griechischen und der römischen Kultur ebenso wie Gegenstände aus dem etruskischen und dem zyprischen Kulturkreis. Neben zahlreichen Statuen sind Alltagsgegenstände wie Vasen und Schmuckstücke aus Edelmetallen sehenswert.







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