Die Geschichte der Museumsinsel



Das heutige Gebiet der Museumsinsel war während des Mittelalters eine sumpfige Aue der Spree. Trotz des schwierigen Baugrundes entstand dort bereits im 13. Jahrhundert die Stadt Cölln. Berlin und Cölln vereinigten sich bereits 1307 zu einer Doppelstadt unter gemeinsamer Verwaltung bei formaler Selbstständigkeit, ehe sie sich 1432 zusammenschlossen. Dieser Zusammenschluss wurde 1442 durch den damaligen Kurfürsten zwangsweise aufgehoben, so dass beide Städte bis 1710 getrennt voneinander existierten.
Trotz der Aufhebung des Zusammenschlusses der Städte ließ der Kurfürst 1442 das Berliner Stadtschloss auf der Spreeinsel errichten. Im 17. Jahrhundert wurde der Sumpf durch die Kanalisation des linken Spreearms trockengelegt, dieser wird heute als Kupfergraben bezeichnet. Als erste der heute bedeutenden Einrichtungen auf der Museumsinsel entstand der Lustgarten, welcher durch eine Orangerie als Winteraufbewahrungsort für die Orangenbäume und andere empfindliche Pflanzen ergänzt wurde.

Im 18. Jahrhundert erfolgte eine gewerbliche Nutzung der heutigen Museumsinsel durch einen Packhof und einen Salzhof. Im Jahr 1797 griff der damalige König Friedrich Wilhelm II. die Anregung zur Errichtung eines Museums auf dem Gelände erstmals auf, welche federführend vom ersten Berliner Archäologieprofessor Aloys Hirt entwickelt wurde. Eine amtliche Kabinettsorder zur Errichtung folgte 1810. Bis zur Vorlage eines ersten Entwurfes konkreter Baupläne durch Karl Friedrich Schinkel vergingen weitere zwölf Jahre. In der Folgezeit erfolgten in relativ schneller Abfolge die Eröffnungen der einzelnen Museumsbauten. Zunächst nahm 1830 das Alte Museum seinen Betrieb auf, bei welchem es sich um das erste vom damaligen Staat Preußen betriebene öffentliche Museum handelte. Im Jahr 1859 eröffnete das heutige Neue Museum als Königlich-Preußisches Museum, ehe 1874 die Nationalgalerie und 1904 das Kaiser-Friedrich-Museum folgten. Dieses Museum wurde 1956 zum Bode-Museum umbenannt. Das heute bekannteste Museum wurde im Jahr 1930 als letztes der aktuellen Museumsgebäude eingeweiht, den Namen Pergamonmuseum erhielt das Ausstellungshaus jedoch erst 1958.
Das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie und die Kolonnaden auf der Museumsinsel in BerlinNeues Museum, Alte Nationalgalerie und Kolonnaden auf der Museumsinsel in Berlin
Der Begriff Museumsinsel lässt sich erstmals für das Jahr 1870 feststellen. Die nationalsozialistischen Pläne zur Errichtung einer Stadt Namens Germania als Welthauptstadt sahen eine umfangreiche Erweiterung der Museumsgebäude auf der Museumsinsel vor, welche auch das gegenüber der Insel gelegene Ufer einschloss. Ihre Verwirklichung fand nicht statt, stattdessen wurde die Museumsinsel während des Zweiten Weltkrieges zu annähernd siebzig Prozent zerstört. Der Wiederaufbau begann im Jahr 1950, wobei das Neue Museum ursprünglich abgerissen werden sollte. Dieser Abriss fand jedoch nicht statt, so dass die DDR 1987 entschied, die gesamte Museumsinsel zu sanieren. Sie konnte die beschlossene Sanierung jedoch wegen fehlender Geldmittel nicht in Angriff nehmen. Nach der Wiedervereinigung begannen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, deren Koordination die Stiftung Preußischer Kulturbesitz 1999 beschloss. Diese Stiftung untersteht dem Kulturstaatsminister und wird gleichermaßen vom Bund und den Bundesländern getragen. Neben umfangreichen Maßnahmen an den einzelnen Häusern gehört der Bau von Verbindungsgängen zwischen den einzelnen Museen zu den beschlossenen Baumaßnahmen, so dass sich die gesamte Museumsinsel ihren Besuchern künftig als Einheit präsentiert.

Von großer Bedeutung für Berlin war die Anerkennung der Museumsinsel als Kulturdenkmal durch die UNESCO im Jahr 1999. Zur Geschichte der Berliner Museumsinsel gehören auch ehemalige und für den Bau der heutigen Museumsgebäude wieder abgerissene Gebäude wie die Kunstbaracke. Sie stand zwischen 1875 und 1897 dort, wo sich heute das Bode-Museum befindet.







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